Kirchenbund für Erweiterung der Taufanerkennung auf orthodoxe und anglikanische Kirchen

Die „Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz ist ein starkes ökumenisches Zeichen, so die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes.
Bild: Gion Pfander

Jede Taufe heisst einen Menschen in der Kirche willkommen. Sie macht die Kirche lebendig. Die Taufe ist aber zugleich ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennungen zu überwinden.

Die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Landeskirchen haben bereits 1973 gegenseitig ihre Taufe anerkannt. Auf diesen Schritt soll nun ein weiterer folgen: die Ausdehnung der Taufanerkennung insbesondere auf die orthodoxen Kirchen sowie die anglikanische Gemeinschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK hat dazu 2009 eine Arbeitsgruppe mit Vertretern ihrer Mitgliedkirchen eingesetzt, an der sich auch der Kirchenbund beteiligte. Das Ergebnis wurde im letzten Jahr in Form einer „Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ vorgelegt. Die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes hat den Rat heute ermächtigt, diese Erklärung zu unterzeichnen.

Für den Kirchenbund ist die Erklärung ein wichtiger Schritt für die Einheit der Kirche: Die Taufe steht in Beziehung zum lebenslangen Wachstum im Glauben. Diese Einsicht ermöglicht die Anerkennung der Taufe insbesondere durch orthodoxe Kirchen. Diese Einsicht hat ausserdem das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der täuferischen und baptistischen Tradition vertieft und regt das Nachdenken über die Taufe unter den reformierten Kirchen an.

Die Erweiterung der Taufanerkennung könnte noch in diesem Jahr, zum 40-jährigen Jubiläum der Taufanerkennung von 1973, durch das Präsidium der AGCK bekannt gemacht werden. Dies wäre ein starkes ökumenisches Zeichen, ist der Kirchenbund überzeugt.