Kirchenbund fordert Bundesrat zu Schutz bedrohter Christen im Nahen Osten auf

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hat heute eine Resolution „betreffend bedrohte Christinnen und Christen“ verabschiedet. Sie wird nun dem Bundesrat übergeben.
Bild: Gion Pfander

Christen sind die weltweit am meisten bedrohte Religionsgemeinschaft. In Ländern des „Arabischen Frühlings“ werden sie stellvertretend zu Opfern der Aggression gegen die westliche Staatenwelt, zu Geiseln terroristischer Übergriffe oder konkurrierender konfessioneller Strömungen innerhalb der muslimischen Gesellschaften.

Mit diesen Worten begründet die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes ihre „Resolution betreffend bedrohte Christinnen und Christen“ im Nahen Osten, die heute in Filzbach GL verabschiedet wurde. Die rund siebzig Vertreter der sechsundzwanzig Kirchen des Kirchenbundes fordern darin den Bundesrat auf, „sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Bedrohung von Christinnen und Christen einzusetzen“.

Die meisten Christen, die unter Gewalt und Bedrohung leiden, wollen ihre Heimat nicht verlassen. Sie wollen ihren Glauben frei und ohne Schikanen öffentlich feiern und bekennen, heisst es in dem Papier, das nun dem Bundesrat übergeben wird: „Dem entspricht der Grundsatz schweizerischer Menschenrechtspolitik, auf prekäre Lebenssituationen von Menschen vor Ort Einfluss zu nehmen, sodass ein Leben in Freiheit und Würde im angestammten Land möglich ist. Deshalb ist die Politik gefordert, sich für die bedrohliche Lage von Christen einzusetzen.“

Die Abgeordneten rufen den Bundesrat konkret dazu auf, die Gewissens-, Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit sowie die Rechtssicherheit für Christen „nachdrücklich einzufordern“, die Beobachtung und Beurteilung der Lage christlicher Kirchen „als festen Bestandteil der aussenpolitischen Agenda der Schweiz zu etablieren“ und das Personal des EDA im Ausland „gezielt auf religiöse Fragen zu sensibilisieren und auszubilden“.

„Die unwürdige Lage vieler Christen geht alle Menschen an, die sich zum christlichen Glauben bekennen und fordert sie heraus zur Solidarität in Beten und Handeln“, schliesst die Resolution.