Kirchenbund unterstützt Energiestrategie des Bundes

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund unterstützt die Energiestrategie 2050 des Bundes. In seiner Vernehmlassungsanwort empfiehlt der Kirchenbund aber eine Laufzeitbegrenzung für Kernkraftwerke, die verstärkte Förderung der Solarenergie sowie eine Verstärkung der Massnahmen für die Energieeffizienz.
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Das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 ist insgesamt eine sachlich angemessene Antwort auf die Herausforderung einer künftigen Schweizer Energiepolitik ohne Kernkraft und mit stark reduziertem Einsatz fossiler Energien. Dies stellt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund in seiner Vernehmlassungsantwort an das Bundesamt für Energie fest.

Damit die Energiestrategie umsetzbar wird, sollen Abschaltdaten für die bestehenden Kernkraftwerke festgelegt und der Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der am wenigsten umstrittenen Solarenergie, systematisch ausgebaut werden, so der Kirchenbund.

Zentral für das Gelingen der Energiewende ist die Stromeffizienz. Mindestens ein Drittel des in der Schweiz verbrauchten Stroms wird verschwendet. Der Kirchenbund hebt daher die Bedeutung einer Strom-Lenkungsabgabe hervor. Auch eine CO2-Abgabe auf Treibstoffen ist sachlich notwendig, so sehr es sich hier um ein Reizthema handeln mag. Die Verbraucher von Öl-Brennstoffen dürften gegenüber den Verbrauchern von Treibstoffen nicht länger benachteiligt werden.

Der Kirchenbund hat ein besonderes Interesse an der Klärung des Verhältnisses zwischen Denkmalschutz und Energieeffizienzmassnahmen in historischen Gebäuden. „Der Erhalt historischer Gebäude in ihrem Originalzustand und die Reduktion des Energieverbrauchs stellen gleichwertige Interessen dar. Der Kirchenbund betont daher die Notwendigkeit, dass Bund und Kantone eine übergeordnete und einheitliche Richtlinie für die Beurteilung von baulichen Massnahmen an historischen Gebäuden erlassen“.

Der Kirchenbund erinnert daran, dass eine Mässigung und Reduktion des Energiekonsums in kirchlichen Stellungnahmen schon vor Jahrzehnten gefordert worden ist. So forderte die erste Europäische Ökumenische Versammlung von Basel im Jahr 1989: „Der verschwenderische Umgang mit Energie hat in den Industrieländern derartige Ausmasse erreicht, dass der Verbrauch jetzt unbedingt drastisch eingeschränkt werden muss.“ Die damalige Versammlung sprach sich ebenso für den Abschied von der Kernenergie aus. Die bereits 2008 erschienene Grundlagenstudie „Energieethik“ des Kirchenbundes geht in die gleiche Richtung und spricht sich für den Weg in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft aus. Diese Perspektive ist auch eine Herausforderung für den Umgang mit Energie in den Kirchgemeinden und an anderen kirchlichen Orten.

Hinweis: Neben dem Kirchenbund hat sich auch der ökumenische Verein oeku Kirche und Umwelt an der Vernehmlassung beteiligt. Die Vernehmlassungsantworten können auf www.sek.ch bzw. auf www.oeku.ch heruntergeladen werden.