Kirchenbund will kirchliche Sozialarbeit national bündeln

Die kirchliche Sozialarbeit in der Schweiz - die Diakonie - soll gebündelt und national koordiniert werden. Bis Herbst 2013 entwickelt eine vom Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes eingesetzte Steuergruppe gestützt auf einen diese Woche veröffentlichten Analysebericht Vorschläge für konkrete Massnahmen.
Karte: CC/Wikimedia Commons/Wikisoft*/@@@-fr

Die Lage der kirchlichen Sozialarbeit auf nationaler und sprachregionaler Ebene ist unübersichtlich. Wer in wessen Auftrag welche Ziele zu erfüllen hat, ist nur schwer zu erkennen. Zu diesem Ergebnis kommt der Analysebericht der Steuergruppe „Motion Diakonie“ des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.

Die Abgeordnetenversammlung hatte den Kirchenbund im Herbst 2011 beauftragt, die diakonischen Strukturen in der Schweiz zu analysieren und Massnahmen zur verbesserten Bündelung, Koordination und Steuerung dieser Gefässe vorzuschlagen.

Der Analysebericht wurde jetzt veröffentlicht. Neunzehn sprachregionale und nationale Träger kirchlicher Sozialarbeit wurden untersucht. Neben den Strukturen interessierten dabei die finanziellen, personellen und arbeitsbezogenen Verbindungen und Abhängigkeiten. Eine elektronische Umfrage unter diakonisch tätigen Institutionen und Einzelpersonen ergänzt den Bericht. Über 400 Personen beteiligten sich.

Die Befragten wünschen sich die Einrichtung eines nationalen Gremiums. Dort solle die innerkirchliche Positionierung der Diakonie diskutiert, theologische Grundlagenarbeit geleistet und die Zusammenarbeit mit den Werken entwickelt werden. Ein solches Gremium könne zudem als Austauschplattform dienen und die diakonische Forschung sowie die Aus- und Weiterbildung befördern.

Diakonische Arbeit wird in der Schweiz in bedeutendem Ausmass auf Ebene der Kirchgemeinden geleistet. Die Befragten zeigten ein hohes sozialpolitisches Interesse. Welchen Platz die kirchliche Sozialarbeit im Wohlfahrtsstaat einnehmen soll, wurde als eine entscheidende Frage bewertet. Eine Zusammenarbeit zwischen den Akteuren ist jedoch „nicht im Übermass vorhanden“, so der Analysebericht.

Der Rat des Kirchenbundes hat nun die Steuergruppe Motion Diakonie beauftragt, die geforderten Vorschläge für konkrete Massnahmen zur Bündelung, Koordination und Steuerung der diakonischen Gefässe zu entwickeln. Die Vorschläge werden der Abgeordnetenversammlung im November 2013 vorgelegt.

Der Analysebericht ist abrufbar unter: www.kirchenbund.ch/de/diakonie-analysebericht