Kirchenbundspräsident besucht evangelische Christen in Ägypten

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher wieder auf Solidaritätsbesuch im Nahen Osten – lädt ägyptische evangelische Parlamentarier in die Schweiz ein.
Safwat Elbaiady, Präsident der Evangelischen Kirchen in Ägypten; Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.

Der Kirchenbund unterstreicht seine Solidarität mit den Christen im Nahen und Mittleren Osten: Im Anschluss an eine Reise nach Beirut im April traf sich Gottfried Locher am Pfingstmontag zu Gesprächen mit leitenden Vertretern der Evangelischen Kirchen in Ägypten und mit dem Schweizer Botschafter in Ägypten.

Über die Lage der christlichen Minderheit sprach Locher ausserdem mit evangelischen Parlamentariern im Senat. „In Ägypten mangelt es an einer wirtschaftlichen Perspektive – vor allem aber an Sicherheit“, so Senator Freddy Elbaiady, Mitglied des Menschenrechtsausschusses und Leiter eines interkulturellen Krankenhauses. „Ägypten ist unsere Heimat. Und doch müssen wir um unsere Bürgerrechte kämpfen“, betonte der Arzt und Politiker: „Trotz wachsender Diskriminierung durch die führenden politischen Parteien wollen viele Christinnen und Christen ihre Heimat nicht im Stich lassen.“ Die europäischen Länder rief Elbaiady dazu auf, ideell und finanziell solche Projekte in Ägypten zu unterstützen, die sich der Friedensvermittlung zwischen Christen und Muslimen widmen.

„Ein Land, das seine Kinder vertreibt, ist nicht frei“, so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher in Richtung der ägyptischen Machthaber. Der Wunsch nach Freiheit erfülle sich nie, wenn sie nur einem Teil der Menschen zuerkannt werde: „Wer Freiheit für sich beansprucht, der muss sie auch anderen zugestehen.“ Locher lud evangelische Senatoren in die Schweiz für Gespräche und Kontakte mit Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Anschliessend liess sich Locher durch den Schweizer Botschafter in Ägypten über seine Einschätzung der Lage informieren.