Asylsuchenden als Menschen begegnen – Kirchenbundspräsident besucht Empfangs- und Verfahrenszentrum

Der Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher machte sich vor Ort ein Bild von den stark ausgelasteten Empfangs- und Verfahrenszentren EVZ. Deshalb besuchte er am 5. Juni 2014 das EVZ Basel und traf sich mit Seelsorgenden, dem Leiter der Rechtsberatungsstelle und dem Chef des EVZ. Mit dem Besuch bringt der Präsident insbesondere seine Wertschätzung für die Arbeit der Seelsorgenden zum Ausdruck.

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher (links) mit Bildern von Asylsuchenden, die sich an den Fingerkuppen so stark verwunden, dass Fingerabdrücke nicht mehr möglich sind.

Die Seelsorgenden arbeiten in einem spannungsreichen Umfeld: Die Asylsuchenden kommen in der Hoffnung, hier bleiben zu können. Manche erhalten Schutz und ein Aufenthaltsrecht, andere nicht. Sie befinden sich zweifellos oft in ungewissen Situationen – junge Männer, Alte, Familien und unbegleitete Minderjährige. Die Aufgabe der Seelsorgenden ist die Hinwendung zu den Menschen in ökumenischer und interreligiöser Verantwortung – unabhängig der Asylgründe und der Religionszugehörigkeit. Die geistliche und sozialdiakonische Unterstützung ist ein Beitrag zu guten Lebensbedingungen in den Zentren. Für viele Asylsuchende ist Religion wichtig. Locher: „Asylsuchende sind Menschen in Not – darum nehmen sie eine lebensgefährliche Reise auf sich. Sie sehnen sich nach einem besseren Leben. Sie haben Träume wie wir. Wir sollen und wir wollen helfen.“

Die Seelsorgenden tragen dazu bei, ihre Ressource Religion zu stärken. Insgesamt sind derzeit 16 reformierte Seelsorgende in den Empfangs- und Verfahrenszentren sowie den neuen Bundeszentren tätig. Zahlreiche freiwillige Mitarbeitende unterstützen die Seelsorgenden. Der Kirchenbund koordiniert diese Seelsorgedienste auf nationaler Ebene und ist Gesprächspartner des Bundesamtes für Migration. Der Kirchenbundspräsident zeigte sich beeindruckt von der Arbeit. Locher: „Hier lebt die Kirche für andere. Wir lassen niemanden allein, und schon gar nicht den, der fremd ist und arm. Die Seelsorgenden leisten Grossartiges.“

Die Abgeordneten der Mitgliedkirchen des Kirchenbundes fällen in diesem Jahr weitreichende Entscheidungen über die zukünftige Finanzierung der reformierten Seelsorge für Asylsuchende. Die Sommer-Abgeordnetenversammlung AV des Kirchenbundes vom 15. - 18. Juni 2014 entscheidet über die Weiterführung des solidarischen Lastenausgleichs für die reformierte Seelsorge in den fünf Empfangs- und Verfahrenszentren sowie den neuen Bundeszentren.