Die evangelischen Kirchen Frankreichs und der Schweiz stellen ein gemeinsames Projekt im Rahmen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ vor

1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg an. Damit löste er die Reformation im Europa aus. Nun bereiten sich die Kirchen in 35 europäischen Ländern vor, um im Jahr 2017 500 Jahre Reformation zu feiern. Von Luther inspiriert, möchten die Vereinigte Protestantische Kirche Frankreichs (EPUdF) und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) ihre Kirchgemeinden anregen, bis 2017 ihre «Thesen für das Evangelium» in der heutigen Welt zu formulieren.

An einem Treffen in Paris am 26. September haben die Vertreter der evangelischen Kirchen in Frankreich und in der Schweiz ihre eigene Version des thematischen Heftes „Mit 40 Themen auf dem Weg“ einander vorgestellt. Für die EPUdF war es Laurent Schlumberger, Präsident, Jan-Albert Roetman, Koordinator der interregionalen Organisationsgruppe 2017 und Claire Sixt-Gateuille, die für die internationalen Beziehungen zuständig ist. Der SEK wurde von Serge Fornerod, Projektleiter für das Projekt „500 Jahre Reformation“ vertreten. „Wir lassen uns von Martin Luther inspirieren und fragen uns: Welches sind heute unsere «Thesen», unsere Überzeugungen in Bezug auf das Evangelium?“, sagt Jan-Albert Roetman. Er ist für die konzeptionelle Gestaltung des Heftes verantwortlich.

Das von der EPUdF zusammengetragene Material wurde vom SEK angepasst und ins Deutsche übersetzt. Das Folioheft „Mit 40 Themen auf dem Weg“ enthält 40 Themen und lädt uns ein, jeweils über eine Frage vertieft nachzudenken, ein Bild zu betrachten und Textstellen in der Bibel wieder zu lesen. Auf 40 Seiten können wir uns mit dem Glauben auseinandersetzen, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Das thematische Heft, das Ende 2013 in Frankreich grosse Verbreitung fand, kann ab November 2014 auch in der Schweiz sowie im ganzen deutschsprachigen Raum unter www.ref-500.ch bestellt werden.

Der SEK baut damit eine interkulturelle Brücke und ermöglicht fast 100 Millionen deutschsprachigen Menschen, ein Heft voller Fragen und Denkanstösse «made in France» kennenzulernen. Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum ab 2017 sind weitere Produkte geplant, unter anderem eine App für Mobiltelefone, die demnächst in der Schweiz und in Europa erhältlich sein wird. „Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit mit der französischen Kirche. Sie verweist im Hinblick auf die Reformationsfeiern auf zwei grundlegende Aspekte. Zum ersten ist die Reformation ein europäisches und ein internationales Anliegen. Dabei stehen im evangelischen Kirchenverständnis die Kirchgemeinden im Zentrum“, betont Serge Fornerod.

Die EPUdF organisiert in den Regionen und in zahlreichen Konsistorien Frankreichs einen Tag zum Thema „Protester pour Dieu et protester pour l’Homme“ (Sich zu Gott bekennen, sich zum Menschen bekennen) und richtet dazu einen Twitter-Feed (Twitter #theses2017) ein – eine Gelegenheit, über die heutigen Werte und Überzeugungen der evangelischen Christinnen und Christen in unserer Gesellschaft zu sprechen und zu debattieren. Die Beiträge zu diesem Thementag werden auf der Website www.theses2017.fr in einem Weissbuch zusammengefasst.

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