Reformierte Kirchen unterstützen weiter Seelsorgedienste für Asylsuchende

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes vom 15. bis 18. Juni in Scuol (GR) beschloss die Fortführung und die Erweiterung des solidarischen Lastenausgleichs der Seelsorgedienste für Asylsuchende und ebnete den Weg für einen neuen Verfassungsvorschlag des Kirchenbundes.

EVZ-Seelsorge
Die 26 Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes planen, für die Legislatur 2015 - 2018 den solidarischen Lastenausgleich für die Seelsorgedienste in den Empfangs- und Verfahrenszentren sowie den Transitzonen der Flughäfen Genf und Zürich fortzuführen. Dies beschlossen die rund 70 Abgeordneten während der Sommer-Abgeordnetenversammlung in Scuol (GR). Über die Höhe der Beiträge in den Lastenausgleich entscheiden die Kirchen während der Herbst-Abgeordnetenversammlung im November 2014.

Die Kirchen unterstützen seit 1999 solidarisch diesen Dienst. Die derzeit 16 reformierten Seelsorgenden unterstützen die Asylsuchenden, vermitteln Kontakte zu Geistlichen anderer Religionen, zu Hilfswerken sowie an Rechts- und Sozialberatungsstellen. Erst kürzlich hat Kirchenbundspräsident Gottfried Locher das EVZ Basel besucht und dabei auf den Beitrag der Seelsorgenden zu guten Lebensbedingungen in den Zentren hingewiesen. „Hier lebt die Kirche für andere“, betonte Locher.

Verfassungsrevision
Der Rat des Kirchenbundes hatte im vergangenen Jahr einen Vorentwurf einer neuen Verfassung des Kirchenbundes in die Vernehmlassung unter seinen Kirchen gesandt. Die Zusammenstellung der Vernehmlassungsantworten liegt inzwischen in gedruckter Form vor. Die Delegierten der Abgeordnetenversammlung diskutierten in Gruppen und im Plenum während eines eigenständigen Verfassungstages am gestrigen Dienstag vor allem, wie der Prozess der Verfassungsrevision weitergeführt werden soll. Der Rat soll jetzt den Konsens unter den Kirchen eruieren und mit den Präsidentinnen und Präsidenten der Mitgliedkirchen die weiteren Schritte vor der Herbst-AV diskutieren.

Beitragsschlüssel
Der Beitragsschlüssel soll ein Ausdruck der finanziellen Solidarität unter den Kirchen des SEK sein. Gemäss dem Auftrag der Sommer-AV 2011 hat der Rat des Kirchenbundes die Basisfaktoren für die Berechnung des Beitrags der Kirchen überprüft. Dies sind die Mitgliederzahl der Kirchen, der Ressourcenindex der Kantone sowie ein Kirchenfaktor, der berücksichtigt, ob eine Kirche Staatsbeiträge erhält und ob sie Kirchensteuer erhebt. Die Delegierten haben den Vorschlag des Rates zurückgewiesen. Der Rat wird einen neuen mehrheitsfähigen Vorschlag ausarbeiten. Die Einführung eines Solidaritätsfonds für finanzschwache Kirchen wird überprüft.