Flüchtlingskrise: Kirchen wollen über Landesgrenzen hinweg helfen

35 Kirchenverantwortliche aus 20 Ländern haben sich am Donnerstag in München zu einer Konsultation über die europäische Flüchtlingskrise getroffen. Eingeladen haben der Ökumenische Rat der Kirchen, die Evangelische Kirche in Deutschland und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Kirchenbundspräsident Gottfried Locher war dabei.
Bild: ÖRK-Generalsekretär Olaf Fykse Tveit, Kirchenbundspräsident Gottfried Locher, EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm und der koptische Bischof Angaelos

Der Informationsaustauch zwischen den Herkunfts-, Transit- und Zielländern der Flüchtlinge stand im Zentrum der Konsultation. Vertreter protestantischer und orthodoxer Kirchen Europas, des Nahen Ostens und Afrikas sowie der katholischen und anglikanischen Kirche diskutierten Möglichkeiten der gemeinsamen Hilfestellung und suchten nachhaltige Lösungen.

„Es ist ein Wille spürbar geworden, über Landesgrenzen hinweg für das Wohl der Flüchtlinge einzustehen. Es gibt nur eine Kirche Jesu Christi, und die überwindet Landesgrenzen.“, so Gottfried Locher im Anschluss an das Treffen. Europa habe in der Flüchtlingskrise die Chance, eine neue Menschlichkeit zu zeigen, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Heinrich Bedford-Strohm.

Für die Schweiz nimmt Gottfried Locher folgende Botschaft mit: „Die Kirche soll tun, wozu sie gerufen ist: helfen, ermutigen und ermächtigen. Konkrete Lösungen in der Flüchtlings- und Migrationskrise sind Sache der Politik. Unsere Sache ist es aber zu schauen, dass jede solche Lösung die Würde der Menschen auf der Flucht wahrt.“

Die Teilnehmenden der Konferenz verabschiedeten konkrete Empfehlungen, die in englischer Version seitens des Ökumenischen Rates der Kirchen vorliegen.