Gottfried Locher feiert Weihnachten im Forensik-Therapiezentrum in Rheinau

Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, wird im Zentrum für Stationäre Forensische Therapie in Rheinau mit den Patientinnen und Patienten Weihnachten feiern.

Insbesondere auf der Sicherheitsstation des Zentrums wird die Spannung auf die Festtage hin steigen. Vielen Patientinnen und Patienten einer «Massnahmebehandlung» fällt es schwer, Weihnachten getrennt von Familie, Verwandten und Freunden zu verbringen. Umso mehr ist man in Rheinau erfreut, dass Gottfried Locher zugesagt hat, Weihnachten in diesem besonderen Umfeld mitzufeiern.

«Dass ein Kirchenvertreter aus Bern zu uns kommt, schätzen wir», sagt Herbert Hofer, Leiter Pflege. «Unser Zentrum in Rheinau stellt viele Herausforderungen, sowohl an die Menschen, die eine ‹Massnahmebehandlung› haben, wie auch an die Mitarbeitenden. Hier sind Männer und Frauen mit einer schweren psychischen Störung, die eine Straftat verübt haben. Oft ist das Krankheitsbild vielschichtig. Die Therapie steht im Vordergrund. Dass sich jemand für unsere ganz konkrete Situation interessiert und sogar an Weihnachten kommt, freut uns!»

Gottfried Locher wird die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukasevangelium lesen und betonen, dass die Patientinnen und Patienten nicht allein sind, dass Menschen für sie beten und mit ihnen verbunden sind. Pfarrerin Carola Jost wird Weihnachtslieder anstimmen und eine Geschichte erzählen von Freude und Hoffnung und den Sternen, die Hoffnung bringen. Alle werden eingeladen sein, einen Wunsch für das kommende Jahr zu nennen. Die Wünsche werden dann auf Papiersterne geschrieben und an die Fenster geklebt, so dass die Sterne auch in den nachfolgenden Tagen leuchten werden.

Der Kirchenbundespräsident anerkennt: «Weihnachten soll es überall werden dürfen, auch im Gefängnis und auch in der Klinik. Gut, dass in der Schweiz Seelsorgerinnen und Seelsorger hier unkompliziert Zugang haben. Unsere Kirchen leisten einen wichtigen Dienst am Menschen. In Rheinau können sich die Seelsorgenden auf der Station frei bewegen und allen ein Gespräch anbieten.»

Gottfried Locher wird aber nicht nur mit guten Worten anreisen, sondern auch persönliche Geschenke und eine weihnachtliche Kerze für den Gemeinschaftsraum mitbringen.

Abteilung Spezialseelsorge der Reformierten Kirche des Kantons Zürich

Die Reformierte Kirche des Kantons Zürichs stellt mit rund 40 Pfarrstellen die Seelsorge in speziellen Lebenssituationen sicher: in Krankenhäusern, psychiatrischen Kliniken, Pflegezentren und Gefängnissen.

Zentrum für Stationäre Forensische Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Standort Rheinau

Im Juli 2007 wurde das Gebäude des Sicherheitstraktes auf dem Areal des damaligen Psychiatriezentrums Rheinau in Betrieb genommen. Gerichtlich angeordnete stationäre Massnahmen nach Art. 59 StGB stellen den Schwerpunkt der klinischen Arbeit dar. Sie werden bei Straftäterinnen und Straftätern durchgeführt, deren Delikt in einer schweren psychiatrischen Erkrankung begründet ist. Behandlungsziel ist die Deliktfreiheit mit entsprechender Resozialisierung. Dazu stehen auf drei Stationen insgesamt 27 Betten im Sicherheitsbereich zur Verfügung. Nach der ersten diagnostischen und kriminalprognostischen Abklärung und Akutbehandlung erfolgt die Verlegung auf eine der drei geschlossenen Massnahmestationen mit je 13 Betten. Eine offene Massnahmestation mit ebenfalls 13 Betten dient der Entlassungsvorbereitung.

Verfasser: 
Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich