Reformierte Kirchen: Abgeordnetenversammlung des SEK in Murten

Die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK haben in Murten (FR) zwischen dem 14. und 16. Juni unter dem Zeichen der Kontinuität getagt. Die kirchliche Kommunikation mit ihren vielen Akteuren, Kanälen und bunten Auftritten führte zu einer angeregten Diskussion. Die Abgeordneten haben entschieden, dass die strategische Themensetzung zukünftig in Zusammenarbeit mit den Mitgliedkirchen geschehen soll. Die Überlegungen für einen gemeinsamen visuellen Auftritt sollen weitergeführt werden. Die nächste Sommer-Abgeordnetenversammlung wird 2016 in der Kartause Ittingen (TG) stattfinden.
Legende: Pierre-Philippe Blaser heisst die Abgeordneten willkommen; Bild: Thomas Flügge, SEK

Der Synodalratspräsident der gastgebenden Freiburger Kirche, Pfarrer Pierre-Philippe Blaser, hiess die rund 70 Abgeordneten aus den 26 Mitgliedkirchen des SEK willkommen. Er zeigte sich sehr zufrieden, dass die Abgeordnetenversammlung (AV) des Kirchenbundes die Sichtbarkeit der Reformierten Kirche im mehrheitlich katholischen Kanton Freiburg erhöht. Die AV zeuge von der protestantischen Debattenkultur, so Blaser.

Botschaft des Ratspräsidenten

Für die Reformationsfeierlichkeiten 2017 hofft der Präsident des Rates, Gottfried Locher, dass „sich die Kirchen nicht nur selbst feiern werden“. Die vier Grundüberzeugungen der Reformation „allein aus Gnade“, „allein aus Glauben“, „allein durch die Schrift“ und „Christus allein“ seien unverändert zentral für die christliche Existenz, berühren aber die Menschen oft nicht mehr. „Gnade ist der zärtliche Blick in den Augen Gottes, wenn er uns ansieht“, so Locher.

Verfassungsrevision

An der Herbst-Abgeordnetenversammlung 2014 verlangten die Abgeordneten vom Rat eine fünfte Grundaussage zu unserem Kirche-Sein auf internationaler Ebene, die für die weiteren Arbeiten an der neuen Verfassung leitend sein soll. Die Abgeordneten beschlossen folgende Formulierung: „Unsere Kirche ist Teil der einen weltweiten Kirche“.

Jahresrechnung 2014

Die Rechnung 2014 hat mit einem Ertragsüberschuss von 263‘000 CHF abgeschlossen. Der Kirchenbund ist zwar finanziell gesund, aber „eine Schwalbe macht keinen Frühling“, mahnte der Aargauer Abgeordnete Hans Rösch: Die Delegierten folgten entsprechend dem Antrag des Rates, den Ertragsüberschuss dem Organisationskapital zuzuweisen.

Die Werke des Kirchenbundes in 2014

Die Abgeordneten verabschiedeten den Generalsekretär von Brot für alle, Beat Dietschy, und den Direktor des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS, Ueli Locher. Weiter haben die Abgeordneten die Jahresberichte und Rechnungen der Werke (HEKS, BfA und Fondia) angenommen sowie ihre finanzielle Unterstützung bestätigt. Unter anderem wurden dem Flüchtlingsdienst des HEKS eine Million Franken zugesprochen.