„Thesen für das Evangelium“: Ein Grossteil der Schweizer Reformierten macht schon mit

Bereits 20 Reformierte Landeskirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes schreiben neue „Thesen für das Evangelium“: 500 Jahre nach Martin Luther werden die Schweizer Reformierten 2017 dessen berühmten Thesenanschlag erneuern.

1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg an. Damit löste er die Reformation im Europa aus. 500 Jahre danach ist es Zeit für einen neuen Anlauf. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund hat dafür im letzten Jahr den Pro-zess „Unsere Thesen für das Evangelium“ gestartet. Dafür haben die 26 Reformierten Kirchen das Heft „Mit 40 Themen auf dem Weg erhalten“, das von der Vereinigten Protestanti-schen Kirche Frankreichs entwickelt wurde.

Bereits zwanzig Kirchen haben ihren kantonalen Prozess begonnen. Von St.Gallen bis Genf, von Graubünden bis Freiburg werden die 40 Themen diskutiert. Gemeindemitglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer und die Kirchenleitungen erleben das gemeinsame Denken, Fühlen und Leben des Glaubens. Die Themen sind breit aufgestellt. „Gibt es mehr als einen Gott?“ lautet eine Frage, „Frei sein? Ja – aber wie?“ eine andere. Fragen zur reformierten Arbeitsethik, zum Sonntag, zur Verantwortung gegenüber der Umwelt, zu Armut und dem Alter ergänzen das Spektrum.

Schon jetzt können die Kirchen ihre Thesen öffentlich machen, um andere zu inspirieren. Auf der Internetseite des Schweizer Reformationsjubiläums unter www.ref-500.ch ist dafür eine Plattform freigeschaltet. Ausserdem kann das Themenheft bestellt und heruntergeladen werden. Ein Postkarten-Set lädt dazu ein, andere einzuladen.

Die Thesen werden bis zum Sommer 2016 kantonal gesammelt. Der Kirchenbund stellt den Kirchen während der Herbst-Abgeordnetenversammlung am 7.11.2016 im Beisein nationaler und internationaler Gäste eine erste Synthese vor. Diese wird 2017 in den Kirchen diskutiert und dann als Essenz des schweizerischen reformierten Glaubens auf den internationalen Veranstaltungen ab 2017 präsentiert.

Hinweis: Im Facebook von ref.ch werden einzelne Thesen diskutiert. Mitmachen geht per https://www.facebook.com/refpunktch.