Fortpflanzungsmedizin: PID braucht engere Grenzen

Die Revision des Gesetzes zur Fortpflanzungsmedizin geht zu weit, unterstreicht der Schweizerische Evangelische Kirchenbund zur Abstimmung vom 5. Juni. Die Präimplantationsdiagnostik braucht engere Grenzen als vorgesehen. Deshalb unterstützt der Kirchenbund das Referendum gegen das Gesetz.
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Die Gesetzesrevision begnügt sich nicht damit, die Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz zu ermöglichen. Sie würde die Schweiz auf diesem Gebiet zu einem der liberalsten Länder Europas machen. Der Kirchenbund bedauert, dass der Gesetzesentwurf dieses medizinische Instrument nicht besser eingrenzt.

Der Kirchenbund verweist auf drei wichtige Grenzen, die der Gesetzesentwurf nicht zieht. Erstens sollte die PID nur in genau definierten Ausnahmefällen wie einer schweren Erbkrankheit zulässig sein. Zweitens sollten künstlich erzeugte Embryonen nur für eine Schwangerschaft und nicht für Forschungszwecke verwendet werden dürfen. Drittens brauchen Eltern eine kompetente psychologische und ethische Beratung, weil bei der Embryonenselektion keine medizinische Entscheidung getroffen, sondern ein Kind gewählt wird.

Das Anliegen des Kirchenbundes richtet sich auf das Menschenbild hinter den Optionen der Fortpflanzungsmedizin. Er will ein biblisch-christliches Verständnis des Menschen in die öffentlichen Debatten einbringen, das in seiner Vielfältigkeit und seinem Reichtum mehr zu bieten hat als gesellschaftliche Erfolgs- oder Qualitätskriterien. Die PID ist ein Schritt in Richtung Selektion zukünftiger Kinder. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken: Eine grössere Wahlfreiheit bedeutet auch mehr Verantwortung.

Die Gesetzesrevision zur Fortpflanzungsmedizin wirft somit viele Fragen auf, die über die medizinischen hinausreichen. Der Kirchenbund beantwortet die wichtigsten in seiner Broschüre «10 Fragen – 10 Antworten».

Broschüre «Fortpflanzungsmedizin: 10 Fragen – 10 Antworten» herunterladen.