Herbst-Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes

Die Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) führten am 7. und 8. November 2016 im Rathaus Bern ihre Herbst-Abgeordnetenversammlung durch. Die 67 Abgeordneten haben richtungsweisende Entscheidungen für die Zeit nach den Reformationsfeiern getroffen.
Foto: Thomas Flügge, SEK

Eröffnung des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“

Auf nationaler Ebene wurde das Reformationsjahr am 3. November in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset eröffnet. Verschiedene Projekte werden das kommende Jahr prägen, darunter das Treffen der Synodalen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) im März 2017 in Bern, der nationale ökumenische Gedenk- und Feiertag am 1. April 2017 in Zug, der nationale Festakt am 18. Juni im Berner Münster, das Jugendfestival „ReformAction“ in Genf (3.-5. November) und die Schweizer Präsenz an der „Weltausstellung Reformation‟ in Wittenberg zwischen Mai und September 2017.

Bündelung der kirchlichen Kommunikation

Die Abgeordneten nahmen den Bericht „Bündelung kirchliche Kommunikation Schweiz“ zur Kenntnis. Der Rat des Kirchenbundes wird beauftragt, die Umsetzung ausführlich mit Zielen, Zeitplan und Organisation abzubilden sowie der AV regelmässig Bericht zu erstatten.

Wort des Ratspräsidenten

Ratspräsident Gottfried Locher setzte in seiner traditionellen Ansprache den Bezug auf die Grundprinzipien der Reformation fort. „Sola fide“, aus dem Glauben allein, lassen wir unser Leben von Gott leiten, so Locher. Die öffentliche Ausübung des Glaubens gehört zur Religionsfreiheit des freiheitlichen Rechtsstaates: „Dieses Zeugnis schulden wir unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, sowie verfolgten Christen in anderen Ländern“, betonte der Präsident.

Budget 2017

Das von den Abgeordneten angenommene Budget 2017 sieht im Zusammenhang mit den Reformationsfeiern noch ausserordentliche Ausgaben vor. Die Beiträge der Mitgliedkirchen bleiben unverändert.

Fonds für Schweizer Kirchen im Ausland und Seelsorge für Asylsuchende in den Bundeszentren

Die Abgeordnetenversammlung beschloss auf die Kollekte 2017 zugunsten des Fonds für die Schweizer Kirchen im Ausland zu verzichten. Der Antrag des Rates, die nicht zweckgebundenen Gelder des Fonds der Seelsorge in den Bundeszentren zukommen zu lassen, wurde angenommen. Zudem wurde der ausserordentliche Beitrag für die Seelsorge in den Empfangs- und Verfahrenszentren des Asylwesens von CHF 350‘000 bestätigt.

Vier Liturgien

Der Präsident der reformierten Landeskirche Aargau, Christoph Weber-Berg, überreichte dem AV-Präsidenten Jean-Marc Schmid vier Liturgien zugunsten der Schweizer Kirchen. Diese wurden anlässlich der Reformationsfeierlichkeiten für verschiedene Musikstile geschrieben - von Pop über Volksmusik bis hin zur Klassik.

Wahlen in die Stiftungsräte HEKS und fondia

Rolf Berweger (Kirchenratspräsident der reformierten Kirche Kanton Zug) wurde für die restliche Amtsdauer 2014-2017 in den Stiftungsrat des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS gewählt. Ebenso gewählt wurden Esther Gaillard (Mitglied des Rates SEK) und Roland Frey (BE) in den Stiftungsrat fondia für die restliche Amtsdauer 2015-2018.