Kirchenbund veröffentlicht Handreichung zum Berufsgeheimnis in der Seelsorge

Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge schafft einen geschützten Raum dafür, sehr Persönliches zu äussern. Dieser Schutz ist Chance und Herausforderung zugleich. Für die Seelsorgenden kann es gar zur Belastung werden. Wie können sie damit umgehen? Das Buch «Dem Anvertrauten Sorge tragen - Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge» gibt hierauf Antworten.

Die Handreichung geht von fünf Praxisbeispielen aus. Sie beschreibt die jeweiligen persönlichen, ethischen und rechtlichen Dilemmata, liefert juristische Antworten und zitiert die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Es folgt eine theologische Reflexion. Folgerungen für die Praxis und Empfehlungen schliessen die Kapitel ab.

Das Buch befasst sich insbesondere mit den Herausforderungen im Rahmen der beruflichen Zusammenarbeit. Es zeigt auf, wie innerhalb der Grenzen des Berufsgeheimnisses der nötige Informationsaustausch innerhalb eines Teams möglich ist oder nicht. Zudem setzt sich das Buch mit den Gründen eines Geheimnisbruches auseinander und diskutiert den Umgang mit dem Berufsgeheimnis, wenn Seelsorgende selbst an ihre persönlichen Grenzen kommen.

Im Anhang werden die Rechtsgrundlagen zum Berufsgeheimnis von Geistlichen und die Regelungen der reformierten Kirchen der Schweiz zum Seelsorgegeheimnis aufgeführt. Die Handreichung richtet sich an alle Seelsorgenden, Pfarrerinnen und Pfarrer, Vikarinnen und Vikare, Diakoninnen und Diakone, aktiv in der Seelsorge tätige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kirchenleitungen. Ebenfalls hilfreich sein dürfte sie für Angehörige der Seelsorgenden.

«Dem Anvertrauten Sorge tragen - Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge» ist über die Arbeit der Autorinnen und Autoren hinaus das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Juristinnen und Juristen und weiteren kirchlichen Fachpersonen aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.

«Dem Anvertrauten Sorge tragen - Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge» von Rita Famos, Matthias Felder, Felix Frey, Matthias Hügli und Thomas Wild.

© Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund und Reinhardt Verlag, 2016, 144 Seiten (+Anhänge).