«Sola lectura?» - Das ITE publiziert erste Studie zum Lesen

Unter dem Titel «Sola lectura? Aktuelle Herausforderungen des Lesens aus protestantischer Sicht» legt das Institut für Theologie und Ethik (ITE) des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes seine erste Studie vor. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit des 2014 gegründeten Fachgremiums eröffnet einen neuen Blick auf das Thema «Lesen». Anlässlich der Eröffnung des Reformationsjubiläums in Basel wurde die Publikation vorgestellt.

Lesen versteht sich nicht von selbst. Der derzeitige Medienwandel fordert das Christentum als Lesereligion heraus. Chancen sind wahrzunehmen – für die Kommunikation und für den Sinn des Menschlichen. Diese Grundfragen werden in vierfacher Hinsicht untersucht: Christentum und Mediengeschichte; lesen, um (sich) anders zu sehen; die Natur lesen; Lesegerechtigkeit und Demokratie.

«Nimm und lies», der Schlüssel einer Existenz kann in dieser von Augustin zitierten Formel liegen. Durch die Verbreitung der Bibel begründete der Protestantismus ein «allgemeines Priestertum aller Lesenden». «Lesen ist die Voraussetzung für die ungeschmälerte Teilhabe an Demokratie und Rechtsstaat», erklärte Peter Schmid, Präsident des ITE und Vizeratspräsident des Kirchenbundes am 11. November in Basel. «Fragen der Gerechtigkeit stellen sich hier, beim Zugang zum Lesen und bei den Lesepraktiken.»

Dem 2014 gegründeten ITE gehören vierzehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Regionen der Schweiz an. Die meisten davon kommen aus der Theologie. Rechtswissenschaften, Pädagogik und Naturwissenschaften sind ebenfalls vertreten. Das ITE bearbeitet gesellschaftliche Fragen und stützt sich dabei auf den Dialog der Theologie mit anderen Disziplinen.

Die Broschüre bestellen «Sola lectura? Aktuelle Herausforderungen des Lesens aus protestantischer Sicht».