Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund führte seine letzte Abgeordnetenversammlung in Bern durch

Die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung AV des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK hielten ihre Herbstversammlung am 4. und 5. November 2019 in Bern ab. Sie begrüssten den Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK und begannen die erste Lesung des Reglements der Synode, welche ab 2020 die AV ersetzt.
Foto: Nadja Rauscher SEK

Die Herbst-Abgeordnetenversammlung war die letzte in dieser Form in der hundertjährigen Geschichte des Kirchenbundes. Mit dem Übergang zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS im Januar 2020 (Inkrafttreten der im Dezember 2018 verabschiedeten Verfassung) wird eine Synode den Vorsitz übernehmen.

Wort des Ratspräsidenten: «Partizipation wird das neue Leitwort»
In seinem Wort des Ratspräsidenten stellt Gottfried Locher Handlungsfelder vor, wie sie die Verfassung der EKS vorsieht. Das sind zentrale kirchliche Tätigkeiten, von der Diakonie und Seelsorge zur Kommunikation, von der Verkündung bis zur Kirchenentwicklung. Jedes Feld vereint eine Gruppe von Themen, die miteinander verbunden werden können. «Verschiedene Handelnde» arbeiten mit unterschiedlichen Instrumenten, die einmalige Projekte oder wiederkehrende Anlässe sein können, kirchliche Mittel oder Kollekten, reglementierte Abläufe oder spontane Aktionen usw. Neu sollen strategischen Ausschüsse die Aufgabe wahrnehmen, durch ihre Fachkenntnis und ihre Erfahrung die strategisch relevanten Fragen im jeweiligen Handlungsfeld zu erkennen und zu definieren. «Partizipation wird das neue Leitwort», so Locher.

Synodereglement
Die zukünftige Synode soll im Vergleich zur derzeitigen Abgeordnetenversammlung gestärkt werden. Die Delegierten der AV haben die erste Lesung des Synodereglements begonnen, die im Juni 2020 im Rahmen der ersten Synode im Wallis abgeschlossen werden soll. Die zweite Lesung wird voraussichtlich im Herbst 2020 stattfinden.

Budget
Die AV hat im Rahmen der Debatte über den Voranschlag 2020 einem Antrag der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel Landschaft zugestimmt, den Betrag für den Internetauftritt inklusive Hub zu streichen und der Rat wurde beauftragt, der Synode 2020 ein Konzept vorzulegen. Zudem wurde dem Antrag der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt zugestimmt, ihren Mitgliederbeitrag auf 50‘000 CHF zu plafonieren. Unter Berücksichtigung dieser Beschlüsse wurde das Budget 2020 angenommen.

Sammelauftrag von Brot für alle für evangelische Werke
Die AV nahm den Vorschlag des Rates an, die zu diesem Thema in 2017 eingereichte Motion der Kirche Sankt Gallen abzuschreiben. Im Bericht des Rates wird die sehr hohe Komplexität des Geschäfts deutlich gezeigt. Die nachhaltige Finanzierung der protestantischen Hilfs- und Missionswerke ist und bleibt in Zukunft eine grosse Herausforderung für die Kirchen, insbesondere auf dem Horizont der beschlossenen Fusion von HEKS und BFA. Der Rat unterbreitete dafür fünf Vorschläge, die im Gespräch mit den Kirchen und Werken weiter diskutiert werden. Das Sammelmandat durch Brot für alle wird sich künftig nur auf zweckbestimmte Spenden reduzieren.

Wahlen Brot für alle und HEKS
Folgende Mitglieder der Stiftungsräte der beiden evangelischen Werke wurden von den Delegierten für die Amtsperiode 2020 – 2023 gewählt: Brot für alle BfA - Jeanne Pestalozzi-Racine, Präsidentin, Nicole Bardet, Pierre Jacot und Florian Wettstein, alle Bisherige. Für das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS: Walter Schmidt, Präsident, Jean-Luc Dupuis, Simone Fopp-Müller, Michèle Künzler und Fritz Schneider, alle Bisherige.

Fotos der letzten AV mit Besuch von O. Tveit