Kirchenbund und Bischofskonferenz rufen zum Schutz bedrängter Christen in der Türkei auf

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz wenden sich in einem Aufruf gegen die Enteignung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel durch türkische Behörden.

Mit Bestürzung beobachten der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK und die Schweizer Bischofskonferenz SBK die gravierenden Übergriffe und Anfeindungen gegen Christen in verschiedenen Ländern. Dazu gehören auch die wiederholten Versuche türkischer Behörden, mittels zweifelhafter Verfahren gegen das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel vorzugehen. Die Situation hat sich in den letzten Wochen erneut zugespitzt.

Der Kassationshof in Ankara hat am 26. Januar 2011 mit seinem Urteil die Enteignung wichtiger Teile des klösterlichen Territoriums beschlossen. Der Vorwurf lautet, die Gemeinde habe sich Grund und Boden rechtswidrig angeeignet. Das Kloster wurde jedoch bereits im Jahr 397 gegründet und kann seinen Grundbesitz durch gültige Urkunden nachweisen, die von der Vorinstanz noch als Eigentumsnachweise anerkannt wurden.

Mit Besorgnis stellen SEK und SBK fest, dass dieses 1600 Jahre alte Kloster von Kräften bedroht wird, denen Symbole christlichen Lebens offensichtlich ein Dorn im Auge sind. Mit haltlosen Anschuldigungen wird dem Kirchenoberhaupt Erzbischof Mor Timotheos Samuel Aktas der Prozess gemacht. SEK und SBK unterstützen die Klosterleitung darin, gegen das Urteil des Kassationshofes Einspruch zu erheben.

Kirchenbund und Bischofskonferenz fordern die türkische Regierung auf, alle christlichen Volksgruppen im Land anzuerkennen und ihnen das Recht auf Religionsfreiheit zu garantieren. Namens der römisch-katholischen und evangelischen Kirchen in der Schweiz appellieren die Autoren an die türkische Regierung, als EU-Beitrittskandidat und gegenwärtiges Präsidialland des Europarates solchen Menschenrechtsverletzungen entschieden entgegenzutreten.

SEK und SBK bitten ihre Kirchen und Gemeinden, die Entwicklungen in der Türkei wachsam im Auge zu behalten. Die Christinnen und Christen in der Schweiz werden zum Gebet für ihre Glaubensgeschwister in der Türkei aufgerufen.

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Verfasser: 
SBK/SEK